Karl Synek - Foto: Jäger

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„Lkw-Ausnahmeregelungen abschaffen“

Stadtrat Karl Synek fordert für die Innstadt Verbote statt neuer Brücke

Zwei Unfälle an engsten Innstadtrouten und einhergehende massive Stauungen haben dieser Tage wieder Befürworter einer Lösung mit einer zweiten Brücke in den verkehrsgeplagten Stadtteil laut werden lassen (PNP berichtete). Aber auch Kritiker dieser Forderungen melden sich zu Wort. „Wegen der vielen Forderungen nach einer Donaubrücke, auch in der PNP, möchte ich noch einmal die Gründe dagegen in Erinnerung rufen und zugleich die Forderungen der Grünen darstellen“, wirft der Innstädter und Stadtrat Karl Synek ein.

„So gut wie alle Innenstädte in Deutschland ersticken zu gewissen Zeiten am Individualverkehr. Passau macht dabei keine Ausnahme“, bemerkt der streitbare Grüne. Neben den schon hinlänglich bekannten Problemzonen, wie zum Beispiel am Anger oder in der Freyunger Straße, sei in letzter Zeit häufig von der Innstadt die Rede. Hier seien es vor allem Lkw und Busse, die für großen Ärger sorgen, hat Synek selbst erlebt und erfahren. Die wiederholten Forderungen nach einem Bau einer Donaubrücke lehnt der Stadtrat mit seinen Politkollegen aber deutlich ab – vor allem mit Blick auf Erhebungen und Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit.

„Wir Grünen möchten noch einmal auf die detaillierte Untersuchung des Verkehrsinstituts Gevas hinweisen. Der Bau einer Donaubrücke hätte auf der Kapuzinerstraße ein Plus von 35 Prozent und auf der Wiener Straße ein Plus von 60 Prozent zur Folge. Diese dramatische Verkehrszunahme würde einen Dauerstau in der Innstadt herbeiführen“, skizziert Synek.

Alle Befürworter einer neuen Donaubrücke müssten davon ausgehen, dass dann die Hauptarbeitsplätze in Passau, nämlich das Klinikum, die Universität, diverse Schulen und Behörden sowie Kohlbruck – insgesamt mindestens 8000 Arbeitsplätze – von den Bewohnern aus Hauzenberg, Wegscheid, Obernzell usw. über die Innstadt angefahren werden. „Die Straßen der Innstadt können diesen zusätzlichen Verkehr unmöglich mehr aufnehmen.“
Nach Meinung der Grünen bestehe allerdings „sofortiger Handlungsbedarf“ bei der Durchfahrtsberechtigung für den Lkw- und Busverkehr. „Die kaum kontrollierbaren Ausnahmeregelungen für den Lkw-Verkehr müssen abgeschafft werden“, fordert Synek. „Außer den Stadtbussen und den österreichischen Regionalbussen hat kein Bus mehr ein Durchfahrtsrecht in der Innstadt.“ Die Lkw-Fahrten sollen im Rahmen eines City-Logistik-Konzeptes für die Anlieferung und das Abholen von Waren in Abstimmung mit der Stadt auf ein Mindestmaß reduziert werden. „Es müssen regelmäßig Kontrollen durch die Polizei, eventuell mit Hilfe der Sicherheitswacht, durchgeführt werden“, so Synek.

Die rechtlichen Grundlagen für diese notwendigen Durchfahrtsverbote wären wohl auch schnell gefunden und formuliert: zum einen der Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Luftschadstoffen, des weiteren der Lkw-Maut-Ausweichverkehr sowie die problematische Dauerbelastung der Marienbrücke. „Und speziell an die Autofahrer von auswärts richten wir uns noch mit einem Ratschlag“, so Synek. „Wenn sie nicht im Stau stehen wollen, so versuchen sie nicht kurz hinter der Grenze in der Innstadt zu tanken.“

Quelle: Passauer Neue Presse vom 5.10.2017

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