Grüne Fraktion: Antrag auf Wieder-Einführung der Baumschutzverordnung

„Beschlussvorschlag

Die Baumschutzverordnung der Stadt Passau aus dem Jahre 1992 wird wieder eingeführt.

Begründung:

In den letzten Jahren gab es vermehrt Beschwerden und Proteste von Bürgerinnen und Bürgern bei Baumfällaktionen oder dem Abholzen von Strauchgruppen. Nicht zuletzt das Abholzen einer 100-jährigen, kerngesunden Scheinzypresse auf dem Mariahilfberg zeigt die Notwendigkeit auf,  diese alten Bäume vor dem Fällen mit den Eigentümern genauer zu betrachten.

Die Wiedereinführung der Baumschutzverordnung ist zwar kein Allheilmittel dafür, dass die Sicherung der Baumbestände in der Stadt nachhaltig gewährleistet werden kann, sie ist aber eine wesentliche Grundlage für ein allgemeines Bewusstsein – sowohl für die Bürger, wie auch für Behörden und Politiker.
Bäume sind unersetzlich. Gerade auch in Städten sind sie besonders wertvoll. Sie sorgen für Sauerstoff, regulieren die Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen, Tiere finden bei ihnen Wohn- und Lebensraum, sie bieten Erholung und Orientierung. Ein goldener Ahorn im Herbst, eine Birke im Rauhreif oder ein blühender Apfelbaum bestimmen für viele Menschen den Jahresrhythmus, vermitteln ihnen ein Gefühl von Heimat und Schönheit. Der Baum steht eben nicht überall nur im Weg, er ist kein Ärgernis, er ist kein Luxus. Er beeinträchtigt eventuell eine Planung, er schmälert unter Umständen den Profit. Diese Auswirkung der Baumschutzverordnung ist im Einzelfall nicht auszuschließen.

Der Verwaltungsaufwand hält sich bei der vorgeschlagenen Verordnung in Grenzen, da die Regelungen 80 cm (Schutzzone I) und 100 cm (Schutzzone II) nicht eine große Zahl von Bäumen betreffen. Sinn der Neuregelung ist es auch, dass die Bürger Passaus sich vor einer geplanten Fällung von Bäumen von Fachleuten der Stadt beraten lassen können (ist der Baum noch sicher?).

Obwohl ein ganz ähnlicher Antrag von unserer Fraktion bereits vor 10 Jahren von einer Mehrheit im Ausschuss abgelehnt wurde, hoffen wir, dass die neue personelle Besetzung und die zunehmende Sensibilisierung für Umweltfragen, zu einer positiven Entscheidung führt.“

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