Grüne zum Bürgerbudget: Münchner Projekte auch für Passau?

Erst kürzlich wurde im Passauer Stadtrat über die Einführung eines Bürgerbudgets diskutiert, 53.000 Euro stehen dafür im Haushalt 2026. Die Landeshauptstadt München setzte hier bundesweit Maßstäbe und brachte in diesem Jahr mit 1 Million Euro das bislang höchste Bürgerbudget auf den Weg. Nun wurden die zehn Projekte mit den meisten Stimmen vorgestellt, die aus dem „MünchenBudget 2025“ finanziert werden sollen. Die Passauer Grünen sehen in den Ideen „spannende Möglichkeiten, die für unsere Dreiflüssestadt interessant sein könnten“, so Stadtrat Matthias Weigl in einer Pressemitteilung.

„Richtig gut gemacht“ sei das MünchenBudget aus Sicht von Stadtratskandidatin Julia Kolbinger: „Natürlich verfügt München mit mehr als dreißig Mal so viel Einwohnern und einem Haushalt von rund zwölf Milliarden Euro über ganz andere Ressourcen als Passau. Wenn das auch in einem kleineren Rahmen gelingen kann, wäre das ein guter Weg für mehr Beteiligung in Passau.“ Alle ab 14 Jahren konnten Vorschläge über eine Internetplattform einreichen, mehr als 1.000 Projektideen kamen so zusammen, von denen knapp die Hälfte den Kriterien des Bürgerbudgets entsprach. Daraus wurden nun die zehn Projekte mit den meisten Stimmen von den Münchnerinnen und Münchner ebenfalls online ausgewählt, für deren Umsetzung jeweils 100.000 Euro aus dem Budget zur Verfügung stehen.

Musterbeispiel für direkte Mitgestaltung vor Ort

„Wir wollen, dass die Leute wieder Lust haben, sich zu engagieren und einzubringen. Passau kann mehr Beteiligung und neue Formate dafür brauchen. Es ist Zeit, die Fenster aufzustoßen und wieder frischen Wind für neue Ideen durchs Rathaus wehen zu lassen“, ist Stadtratskandidatin Dr. Heidi Brandl überzeugt.

Gewinner-Projekte haben „viel Charme für Passau“

Das Ergebnis sei spannend und „einige der Ideen haben viel Charme für Passau und das Potential, unsere schöne Stadt für Einwohner und auch Besucher noch attraktiver zu machen“, findet Stadtratskandidatin Karin Schönbuchner. Am besten abgeschnitten haben die Pflanzung neuer Bäume, gefolgt von städtischen Wildblumenwiesen, schattigen Wasserbänken und glatten Bordsteinkanten für Fahrradwege. „Bei Hitzeschutz, Biodiversität und Radfreundlichkeit haben wir hier noch Luft nach oben“. Auch kulturelle Projekte wie ein Open-Air-Tanzparkett könne man sich für Passau gut vorstellen. Trinkbrunnen schafften es in München gleich doppelt in die Top 10, auch da geht in Passau noch mehr, so Stadträtin Diana Niebrügge: „Erfolgreich von uns beantragt gibt es mittlerweile je eine Wasserabgabestelle am Domplatz und am Ludwigsplatz. Wir sagen: Mehr davon!“

Neue Wege für Beteiligung – Digitalisierung stärker nutzen

„Wenn wir in Passau ein Bürgerbudget auf den Weg bringen, dann braucht es dafür auch ein klares, gerechtes und transparentes Vergabeverfahren“, sagt Oberbürgermeisterkandidatin Stefanie Auer. „Beteiligung darf kein Schlagwort bleiben – sie muss spürbar sein. Digitale Tools können dabei helfen, dass mehr Menschen mitmachen, mitreden und mitgestalten. Genau darum geht es mir als OB-Kandidatin: Unsere Demokratie vor Ort lebendig halten – und die Stadt gemeinsam gestalten, statt nur zu verwalten.“

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