Rassistische Behandlung Geflüchteter of Color am Passauer Bahnhof durch die Polizei

Pressemitteilung der Grünen Jugend Passau

Die Grüne Jugend Passau kritisiert, dass Geflüchtete of Color derzeit Racial Profiling am Passauer Bahnhof durch die Bundespolizei erfahren. So berichtete ein Augenzeuge, der namentlich nicht genannt werden möchte, dass vergangene Woche ein Student von mehreren Bundespolizist*innen aus einem ICE geholt wurde. Die Polizei umstellte die Person of Color dabei auf dem Bahnsteig und unterzog ihn einer aggressiven Befragung. Die Person hatte ein Dokument mit kyrillischen Schriftzeichen in der Hand und gab an, in der Ukraine zu studieren und aus Nigeria zu kommen. Daraufhin fragte ihn eine Bundespolizistin, warum er dann hierherkomme und nicht nach Nigeria zurückgehe. Er wurde an der Weiterreise gehindert und mitgenommen. Die Grüne Jugend Passau verurteilt diesen Vorfall scharf.

„Bei Racial Profiling handelt es sich vor allem um polizeiliche Maßnahmen, die nicht auf Grundlage eines konkreten Verdachts oder einer Gefahr, sondern aufgrund von rassifizierten oder ethnisierten Merkmalen wie zum Beispiel Hautfarbe oder vermutete Religionszugehörigkeit erfolgen. Es verstößt gegen Grund- und Menschenrechte. Dennoch gehört Racial Profiling zu den alltäglichen Diskriminierungserfahrungen, die BIPoC (Black, Indigenous, People of Color) in Deutschland mit der Polizei machen“, erklärt Akosua Abrefa-Busia von der Grünen Jugend Passau.

„Seit Wochen wird von der rassistischen Diskriminierung von Schwarzen Menschen, insbesondere afrikanischen Studierenden, aus der Ukraine berichtet. Auf der Flucht werden sie schikaniert und aktiv an der Aus- sowie Weiterreise gehindert. Wer seine Solidarität bekundet, muss dies für alle tun. Dabei muss vor allem auch an marginalisierte Menschen gedacht werden!“ fordert Akosua Abrefa- Busia weiter.

Bereits mehrere BIPoC Organisationen machten auf die Situation von Geflüchteten of Color aufmerksam. So fordert die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V. (ISD Bund e.V.) z.B. eine sofortige Aufnahme von Schwarzen Flüchtenden und die Gewährung gleicher Hilfen und Unterstützung wie bei anderen Flüchtenden. Des Weiteren fordern sie die Gewährung eines vereinfachten Zugangs zu Studierendenvisa, um eine Fortsetzung des Studiums in Deutschland zu ermöglichen. Diesen Forderungen schließt sich die Grüne Jugend Passau an. „Wir fordern die Stadt Passau und die Bundespolizei auf, rassistische und diskriminierende Kontrollen am Bahnhof zukünftig zu unterlassen und sich solidarisch mit allen Flüchtenden zu zeigen“, so Susanna Lindlein von der Grünen Jugend Passau.

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