Nein zu industrieller Landwirtschaft: Gegen Massentierhaltung und für gesunde Nahrungsmittel plädieren Günter Kunkel (Bienenzuchtverein Passau), Karl Synek und Diana Niebrügge (Grüne), Jörn Rüther und Urban Mangold (ödp), Kreisrätin Halo Saibold (parteifrei) sowie Karl Haberzettl und Juliane Kreuzhuber vom Bund Naturschutz. - Foto: Eckelt

Naturschützer schlagen Alarm

Demo am kommenden Samstag – Teilnehmer wollen Söder Positionspapier überreichen

Topfschlagen in der Fuzo, die erste: Vertreter von ödp, Grünen, Bund Naturschutz und Imkern haben sich gestern schon einmal warm gemacht für ihre Demonstration am Samstag, 21. Januar. Unter dem Motto „Wir haben es satt – auch in Niederbayern“ gibt es dann Topfschlager, die Zweite: Vom Klostergarten über Neuburgerstraße zum Berufsschulzentrum sollen mehrere hundert Demonstranten ziehen, angeführt von mehreren Traktoren sowie einer Trommlergruppe. Der Rest trommelt auf Töpfen, so wie es die Initiatoren gestern bei ihrer Werbeaktion vorgemacht haben. Die Demo richtet sich gegen die Agarindustrie. Wenn alles nach Plan läuft, wollen sie Ministerpräsident in spe Markus Söder, der den Neujahrsempfang der Passauer CSU am gleichen Tag besucht, eine Resolution überreichen, in der sie klarstellen, was sie von ihm als Ministerpräsident erwarten. Einige Punkte stellten die Beteiligten gestern bereits vor.

Karl Haberzettl, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, stellte klar: „Auch im Landkreis Passau gibt es industrielle Landwirtschaft. Wir richten uns dagegen und kämpfen für eine ordentliche Landwirtschaft, die gesunde Lebensmittel erzeugen kann.“ Grünen-Stadtrat Karl Synek unterstrich: „Wir richten uns gegen Massentierhaltung und industrielle Landwirtschaft, nicht gegen die Landwirtschaft an sich, auch nicht gegen die konventionelle.“

Bezirksrätin Halo Saibold sagte, dass man die Gefahr von Stoffen wie Glyphosat viel zu lange übersehen habe. Günter Kunkel, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Passau, gab dazu ein Zahlenbeispiel: „98 Prozent der Pollen sind heute kontaminiert – im Schnitt mit acht verschiedenen Substanzen.“

Passaus 2. Bürgermeister Urban Mangold sagte, man erwarte mehrere hundert Teilnehmer: „Wir wollen Markus Söder deutlich machen, dass das Thema in weiten Teilen der Gesellschaft verinnerlicht ist.“ Er forderte eine „Renaissance der bäuerlichen Landwirtschaft.“

Die Demonstration beginnt am 27. Januar um 11 Uhr am Klostergarten, Endpunkt soll im Bereich der Berufsschule am Fernsehturm sein. Sprechen werden Grünen-MdL Rosi Steinberger, ödp-Kreisrätin Agnes Becker, Günter Kunkel, Biobauer Alois Aigner, Sepp Schmid vom Vorstand der landesweiten „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“ und Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer. Begrüßen wird Halo Saibold, die Moderation übernimmt Karl Haberzettl.

Zum Aktionsbündnis gehören außerdem der Landesbund für Vogelschutz, Greenpeace Passau, Slow Food Niederbayern, das Sonnendorf Schönau, das Bürgerforum Umwelt Vilshofen sowie zahlreiche Einzelpersonen.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 20.01.2018

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