Umstrittener Standort: Seit 2005 steht die Messstation des Landesamts für Umweltschutz am Rande der Regensburger Straße. - Foto: Jäger

Messstation: Grüne wollen Verlagerung in Nikolastraße

Saubere Luft in Passau: Stadtrat Karl Synek zweifelt die vom Rathaus genannte problemfreie Situation an

Nach jüngsten Erhebungen und Messungen ist die Luft in Passau weitaus weniger belastet als noch zur Jahrtausendwende – so zumindest die Stadt Passau mit Blick auf offizielle Werte der Messstation des Landesamts für Umwelt (PNP berichtete). Die Grünen allerdings zweifeln die Messwerte der Station, die 2005 vom frequentierten Exerzierplatz an den Rand der Regensburger Straße umgesetzt wurde, an und beantragen eine Verlagerung an ihrer Ansicht nach aussagekräftigere Orte – zum Beispiel an die Nikolastraße.
Grünen-Stadtrat Karl Synek erinnert sich noch an frühere offenbar sensiblere Zeiten: „Im Jahr 1995 erlangte Passau in Sachen Luftschadstoff-Messung traurige Berühmtheit. An der Messstation Innstadt in der Mariahilfstraße wurden die höchsten Werte in Bayern gemessen. Die Luft war also schlechter als zum Beispiel am Münchner Stachus“, erinnert sich der Innstädter. Auch in den darauf folgenden Jahren seien die Grenzwerte mehrere Male in Passau bei weitem überschritten gewesen. „Dieser Umstand änderte sich erst, als man beim Bau der Neuen Mitte die Messstation nach Auerbach an die Donau verlegte“, meint der Grünen-Stadtrat und bringt zuletzt ausbleibende überschreitende Grenzwerte kritisch ins Gespräch.
„Da dieses Szenario absehbar war, haben wir Grünen bereits im März 2005 öffentlich gefordert, die Messstation wieder in der Innenstadt aufzustellen. Denn nach gültiger Logik müsste nämlich dort gemessen werden, wo entweder hunderte Menschen wohnen oder aber sich Tausende täglich aufhalten. Es macht keinen Sinn, die Reinheit der Luft dort zu messen, wo Menschen in Autos in wenigen Sekunden vorbeirauschen.“
Für die Schadstoffmessung ist das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) zuständig. Aus diesem Grund habe Synek diese Behörde im April 2005 schriftlich ersucht, die Schadstoffmessung an geeigneter Stelle vorzunehmen. „Mein Vorschlag war der Platz vor der Nikolaschule, denn hier befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft auch ein Kindergarten, eine Bücherei, ein Jugendzentrum, die Fachoberschule, die Volkshochschule, eine Zweigstelle der Universität, die Handwerkskammer und diverse Büros mit weiteren Arbeitsplätzen.“

Mit Schreiben vom Mai 2005 wurde Syneks Antrag vom LfU abgelehnt. „Als Begründung wurde angeführt, dass dieser Standort mit der Stadt Passau abgestimmt worden sei. Man verwies auf das Verkehrskonzept im Rahmen des Baus der Neuen Mitte, nach dem sich zum Beispiel das Verkehrsaufkommen und damit die Schadstoffbelastung an der Nikolastraße um 38 Prozent verringern würde“, erinnert sich Synek. „Dass dieser Umstand aber nicht eingetreten ist, davon kann man sich täglich ein Bild machen. Aus diesem Grund werden wir Grünen einen neuen Anlauf mit dem Ziel der Verlegung der Messstation starten.“ Und: Die Bundesregierung habe schadstoffgeplagten Kommunen eine Beihilfe von einer Milliarde Euro für die Schaffung von saubererer Luft zugesagt. „Wenn nun Passau aus diesem Topf möglicherweise kein Geld erhält, weil an der falschen Stelle gemessen wird, dann wäre das sehr ärgerlich“, so Synek.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 09.09.2017

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