Ortstermin in Hals (v.l.): Boris Burkert, Stephan Bauer, Karl Synek, Erika Träger, Matthias Weigl und Lisa Badum. - Foto: privat

„Mauern gaukeln Sicherheit nur vor“

Grünen-MdB Lisa Badum informiert sich in Hals über den geplanten Hochwasserschutz

Sehr skeptisch sahen sich die Passauer Grünen gemeinsam mit Lisa Badum (MdB) das Halser Ilzufer an, wo Fraktionschef Karl Synek über den umstrittenen Plan der Hochwasserschutzmauer informierte. Die anwesenden Stadträte betonten, dass über den aktuellen Entwurf der Mauer noch ausgiebig diskutiert werden müsse.
Bürgermeisterin Erika Träger forderte, dass die Halser Bewohner nicht vergessen werden dürfen. „Wir brauchen dringend ein klares Meinungsbild der Halser“, so Träger. Klar sei aber auch, dass die Betroffenen künftig besser geschützt werden müssen. „Politisch muss viel vorausschauender agiert und weitergedacht werden“, so Landtagskandidat Matthias Weigl, der mahnte, dass Mauern alleine die eigentlichen Probleme nicht lösen. Mit Lisa Badum war man sich schnell einig, dass die Maßnahmen viel umfassender sein müssen: In Überschwemmungsgebieten dürfe es keine Neubauten geben, die Neubelebung von Auen und der Wasserrückhalt in der Landwirtschaft müsse vorangetrieben werden. Auch die „monströse Bodenversiegelung“ müsse dringend gestoppt werden. Mit dem Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ kämpfen die Grünen derzeit gegen den massiven Flächenfraß im Freistaat.
Die Wahrscheinlichkeit für Extremwetterereignisse, wie etwa Starkregen, ist durch die Klimakrise in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Badum, die klimapolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, sieht deshalb auch den Bund viel mehr in der Pflicht: „Wir fordern von der Bundesregierung mehr Mittel für ökologischen Hochwasserschutz, die wir dringend brauchen.“ Neben dem Kampf gegen die Klimakrise heiße es jetzt die Bürger zu schützen, die akut bedroht sind, nach dem Jahrhunderthochwasser 2013 wieder Opfer der Fluten zu werden. „Dabei sind die sogenannten Schutzmauern auf den ersten Blick einfachste, aber auch einfallsloseste Lösung. Sie gaukeln außerdem eine absolute Sicherheit vor, die es nicht geben kann. Für mich ist klar: Klimaschutz ist gelebter Hochwasserschutz. Jeder weitere Tag, an dem die Bundesregierung zögert und zaudert, den Kohleausstieg, die Verkehrswende und den Umstieg in der Landwirtschaft endlich anzugehen und die Klimakrise zu lösen, ist ein Skandal“, so das Resümee von Badum. Die Passauer Grünen waren sich mit dem Besuch aus Berlin einig, dass effektiver Hochwasserschutz nicht nur mit Mauern, sondern vor allem mit einer Kehrtwende in der Politik gelingen könne.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 06.06.2018

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